Abenteuer. Wenn es eine Sache gibt, die ich gerne mache, dann ist es neue Orte und Menschen kennenzulernen. Ob ich als Hochzeitsfotograf schon in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden Brautpaare an ihrem großen Tag erleben durfte: Es ist einfach immer wieder toll, Land und Leute, verschiedene Hochzeitstraditionen und Mentalitäten kennenzulernen.

Heute aber erzähle ich euch die Geschichte von Sarah und Paul, die ich als Hochzeitsfotograf irgendwo in Virginia, USA begleiten durfte. Eine ganz besondere Ehre und ein großes Abenteuer für mich als Hochzeitsfotograf.

Aber alles begann an einem ganz anderen Ort: nein, es war nicht Deutschland. Genau genommen startete alles mit meinem guten Freund und Kollegen als Fotograf für Hochzeiten: Mit Ufuk Sarisen in der Türkei. Denn genau den fragte Sarah ursprünglich als Hochzeitsfotograf an und das Brautpaar und er hatten sogar schon ein Vorgespräch, als Ufuk feststellte, dass die Begleitung an ihrem großen Tag leider doch terminlich nicht machbar war. Bis heute bin ich Ufuk dankbar, denn was tat er? Er empfahl mich. Und nach ein paar Mails und dem Vorgespräch ganz unkompliziert per Videotelefonat stand fest: Sarah und Paul wollten mich als ihr Hochzeitsfotograf in Virginia.

So ist für mich ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen: als Hochzeitsfotograf in die USA zu reisen – in das Land, das schon immer auf meiner Bucket List stand und das ich einfach bisher nie besucht hatte. Umso mehr freute ich mich, dass ich dort nicht nur hinfliegen konnte, sondern sogar eine Hochzeit in Greene Country, Virginia fotografieren durfte. Einige meiner größten Leidenschaften – Hochzeiten, Reisen und Fotografie – verbunden. Wunderbar.
Meine Amerika-Reise einige Monate nach der Buchung begann dann erstmal mit viel Schweiß in New York bei der Einreise – weil ich als Linkshänder aus Reflex die falsche Hand in den Einreiseautomaten gesteckt hatte. Nach ein wenig hin und her durfte ich dann aber doch einreisen und traf in Washington D.C. endlich Sarah und Paul. Endlich auch persönlich.

Die beiden nahmen mich für die ersten Tage bei sich daheim auf und das Schöne daran war: ich konnte die Kultur in den USA auf einem ganz anderen Level erfahren – die Probleme verstehen, die es aktuell gibt, aber auch verstehen, wieso Menschen so ticken wie sie es nunmal tun. Ich durfte die Beiden und ihre Familien in ihrem Alltag erleben, bevor wir am dritten Tag dann Richtung Virginia aufbrachen. Das sorgte natürlich dafür, dass wir schon vor der eigentlichen Hochzeit eine richtig coole Freundschaft und Bindung geschaffen hatten, wie ich sie selten mit einem Brautpaar schon vor der eigentlichen Hochzeit habe.
Die Hochzeit, die ich dann als Fotograf begleitete fand in der so ziemlich schrägsten Location ever – dem White Lotus Eco Retreat statt und war ein zwei-Tages-Event aus dem Get Together am Freitag und der Hochzeit mit Trauung und Party am Samstag.

Am verregneten ersten Tag der Hochzeit in Virginia war ein Kennenlernen mit den Gästen und Freunden geplant, inklusive einer Slideshow im resort-eigenen Kinosaal und Lagerfeuer. Ein Traum für mich als Hochzeitsfotografen, weil ich so auch die Gäste am Tag der Hochzeit bereits ein wenig kannte.
Der Hochzeitstag dann begann für mich als Fotograf, der am liebsten wirklich den ganzen Tag begleitet und besonders gern Stimmungen und Emotionen aufnimmt und in eine schön abgerundete Geschichte, die sich über den ganzen Hochzeitstag erstreckt, schon sehr früh – und zwar für mich total untypisch mit einer Meditation. Schon in diesen ersten Augenblicken merkte ich, was für ein toller und emotionaler Tag vor mir liegen würde. Das Brautpaar schaute sich während der Morgenmeditation irgendwann an und fing an zu weinen: vor Freude über den bevorstehenden Tag und weil sich die beiden aus tiefstem Herzen lieben. Für mich ein wahnsinnig toller Moment schon ganz am Anfang eines langen Tages. Meine beste Freundin würde sagen: „Mein Herz hüpfte vor Vorfreude“.

Nach dem Frühstück ging es für Sarah und ihre Mädels in eine der Hütten im Resort, die auf dem riesigen Gelände verteilt waren. Dort wurden alle für die Hochzeit gestylt und für die anstehende Trauung schick gemacht.

Paul hingegen wollte eigentlich noch schnell in die Stadt und Besorgungen tätigen. Eigentlich. Denn ausgerechnet am Tag der Hochzeit hatte der Truck plötzlich einen Platten und so entschieden sich die Jungs, diesen erstmal zu wechseln, bevor es losging… so witzig – und echt fetten Respekt, am Hochzeitstag einfach so die Nerven zu behalten, wenn eigentlich alles drunter und drüber geht und die Nerven oft eh schon blank liegen. Echte Männer 😀
Dann aber war es endlich so weit: Sarahs und Pauls erster großer Höhepunkt des Tages, die Trauung, stand an. Ich finde es echt cool, dass es keine Trennung von freier Trauung und standesamtlicher Trauung in Virginia und der ganzen USA gibt. In Deutschland muss eine standesamtliche Trauung in einem Standesamt vollzogen werden, diese Regelung gibt’s in den Staaten so nicht – und das finde ich wirklich spitze, fällt doch der nervige Gang ins Standesamt so weg. Und die Trauung war zwar nicht ganz vergleichbar mit einer freien Trauungen in Deutschland, aber doch auch ein wenig mehr als „nur“ eine standesamtliche Trauung. Ein gar nicht so schlechter Kompromiss, auch wenn ich die freien Trauungen in Deutschland noch einen kleinen Zacken besser finde.

Nach dem Ja-Wort und dem Kuss, hatten Sarah und Paul sich noch etwas Besonderes überlegt: während die Gäste einen kleinen Sektempfang hatten, ging wir zu dritt in ein kleines Waldstück und beide gaben sich ein weiteres Mal – aber diesmal total intim ganz allein – ihre Eheversprechen. Die beiden nutzten diesen Moment nur für sich, mal abgesehen davon, dass ich alles mit der Kamera dokumentierte. Es ist immer wieder schön, als Hochzeitsfotograf bei solchen Augenblicken dabei sein zu dürfen (ich habe das bei freien Trauungen in Deutschland mit Friederike Delong als Trautante schon öfter so gemacht und es ist wirklich toll).

Das Dinner gab es als nächsten Tagespunkt in der großen Scheune, die wundervoll mit Lichterketten geschmückt war. Und danach (wie sollte es auch anders sein) war endlich party-time. Klingt nach einem schönen Ende für einen wunderbaren Tag für das Brautpaar, die Gäste und auch mich als Hochzeitsfotograf in Virginia, aber das war es noch lange nicht.

Denn der Besitzer des Resorts machte spontan und völlig ungeplant eine Feuershow für das Brautpaar und die Gäste. Als großen Abschluss ließen alle Gäste Laternen steigen, weil das Brautpaar Sarah und Paul genau das an ihrem ersten Jahrestag gemacht hatten. Ein wahnsinnige, atemberaubende Atmosphäre mit all den hellen Lichtern um uns herum. Total toll. Und dann wirklich ein würdiges Ende für diesen tollen Tag mit Sarah, Paul und ihren Gästen.
Nach der Hochzeit verbrachte ich noch ein paar Tage in Washington D.C. und es war einfach ein unvergessliches Abenteuer für mich – die Bilder erzählen nur ein kleinen Teil von allem, was ich in meiner Zeit in den USA als Hochzeitsfotograf erlebt habe. Es war wirklich richtig toll. Und ich freue mich schon drauf, bald wieder als Fotograf für eine Hochzeit in die USA reisen zu können. Diesmal gleich mit der richtigen Hand am Einreiseautomaten. Bestimmt!

 

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